die ersten Tage im neuen Zuhause

 

Die meisten unserer Tiere haben noch kein Zuhause gehabt, sondern haben einen Großteil ihres Lebens auf der Straße oder im Tierheim verbracht. Nur selten kennen wir ihre Vorgeschichte.

Die Angaben über das Wesen der Tiere, ihr Verhalten, erhalten wir von ihren Betreuern vor Ort und/ oder sind auch die Eindrücke, die wir uns vor Ort von ihnen gemacht haben. Wie sich die Vierbeiner in anderem Umfeld verhalten werden, können wir nur, nach Erfahrung, nur einschätzen. 

Bei ihrer Ankunft jedoch gilt immer ...

 

Sicherheit geht vor!

Manche Neuankömmlinge sind unbeschwert fröhlich, neugierig und aufgeschlossen, andere dagegen sind schüchtern, zurückhaltend oder gar ängstlich und entsprechend schreckhaft.

Die meisten Hunde leben sich jedoch bald ein, wenn sie merken, dass ihnen nur Gutes wiederfährt und sie Vertrauen zu ihren neuen Bezugspersonen gewonnen haben. Wie lange die Eingewöhnungszeit dauern wird, kann man im Vorfeld nur einschätzen. Eine Garantie kann es nicht geben, da sich das Umfeld der Tiere völlig ändert. 

So zeigen manche Neuankömmlinge plötzlich Angst vor anderen Hunden, obwohl sie vorher problemlos in Rudelhaltung gelebt haben. Andere reagieren auf einmal sehr schüchtern auf Menschen, weil sie nur wenige Personen bisher kennengelernt haben, im Tierheim aufgewachsen sind.

 

 

Bindung und Vertrauen sind die Grundlage für ein gutes Zusammenleben

... ob man es gut mit mir meint?
... ob man es gut mit mir meint?

Die Anreise war meist lang und anstrengend und setzt die Tiere unter Stress. Aber auch ein Wechsel von einer deutschen Pflegestelle in das neue Zuhause ist mit Aufregung verbunden.

Alles ist neu für die Hunde und noch nicht einschätzbar.

So ist besonders in den ersten Tagen, nach der Ankunft im neuen Zuhause, 

die Gefahr besonders gross, dass ihr Hund entlaufen kann!


Am besten ist es, Sie nehmen sich einige Tage Urlaub für die allererste Zeit der Eingewöhnung. Bitte bedenken Sie, dass manche Tierschutzhunde noch nie ein Haus betreten haben, sind sie sogar von Hauseingängen weggejagt worden?

Treppen kennen sie selten, Aufzüge schon gar nicht.

 

Die Neuankömmlinge stehen meist unter Stress, eine Bindung zu ihren neuen Menschen gibt es noch nicht. Vielleicht hat der Hund vorher noch nie allein, ohne weitere Hunde gelebt und ist nun entsprechend unsicher. Er hat Freunde verloren und/oder auch seine Bezugsperson, von der er bis dahin versorgt wurde? Auch Hunde haben Trennungsschmerz! Bitte erwarten Sie nicht, daß er gleich wedelnd, in Dankbarkeit auf Sie zukommt. Kann, muss aber nicht.

 

In den ersten Tagen nach Einzug des Hundes einfühlsam und ganz besonders vorsichtig sein! 

Man kann einfach nicht alles voraussehen, vor welchen Geräuschen oder

vor welchen Situationen sich ihr Hund erschrecken könnte?

Entgegenkommende Hunde, rennende Menschen, Regenschirme, Lastwagen, Zug, Motorengeräusche,  ein Plastikbecher auf der Straße, Männer mit langen Mänteln, Strohballen, .... es gibt unzählige Möglichkeiten mit denen man nicht unbedingt rechnen kann!

 

Einige Tipps und Infos für die Sicherheit ihres Hundes bei und nach der Ankunft:

Die Hunde tragen - soweit in Dobrich vorhanden - alle ein Geschirr für einen sicheren Transport nach Hause. Nach der Übernahme des Hundes transportieren sie ihn bitte

mit den Transportgeschirren umgehend (ohne weitere Pipipausen oder Ähnliches) nach Hause und legen ihm DANN ERST in Ruhe, in der sicheren Wohnung Ihr eigenes, ganz sicheres Geschirr an (das Transportgeschirr hätten wir dann gerne in den nächsten Tagen wieder zurück).

Bevor sie den Hund dort aus dem Auto holen (am sichersten in einer Transportbox), den Hund doppelt sichern, das Halsband und das Geschirr überprüfen und je eine sichere Leine daran befestigen.

Alles ok, mir geht es jetzt richtig gut.
Alles ok, mir geht es jetzt richtig gut.

Z.B.  einer Sicherheitsleine http://m.hund-unterwegs.de/item/33383832   (Halsband und Leine in einem). Sie ist 100%ig sicher, reißt definitiv nicht, der Hund kann mit dem Kopf nicht raus....  und das allerbeste daran: es ist eine Umhängeleine.

Das heißt selbst wenn man mal hinfällt oder bei Glätte ausrutscht und einem für eine Sekunde die Leine aus der Hand rutscht - es kann NICHTS passieren. Sie kostet nicht viel und rettet Hundeleben! Eine zusätzliche Leine am Geschirr ist natürlich Ideal. Ist ja i.d.R. nur in den ersten Wochen.

In der Wohnung angekommen schließen Sie bitte die Wohnungstür sicher! 

Stellen Sie die Box an eine ruhige Ecke, öffnen sie, stellen Wasser und Futter davor und warten einfach ab. Der Neuankömmling wird früher oder später auf Erkundungstour gehen, zum Wassernapf in der Nähe, zu einem Leckerchen, zu Ihnen. 

Das Plätzchen, Körbchen oder Decke, welches Sie für den Hund vorbereitet haben, sollte immer eine geschützte Ecke mit Familienanschluss sein, wo er sich zurückziehen kann und seine Ruhe findet. Auch für die Kinder sollte dieser Platz tabu sein.

 

Bewegen Sie sich ruhig in der Wohnung, schauen dem schüchternen Hund nicht direkt in die Augen, beugen Sie sich nicht über ihn, sondern reichen ihm lieber die Hand zum schnuppern.

Füttern Sie ihn die ersten Tage aus der Hand um eine Bindung zu ihm schneller aufzubauen.

Lassen Sie Ihren Hund einfach in Ruhe beobachten. Bald wird der Neuankömmling spüren, dass Sie es gut mit ihm meinen und Vertrauen gewinnen.

 

Lassen Sie unbedingt die ersten Tage das Halsband/ Geschirr an, notfalls auch eine kürzere Leine, auch in der Wohnung an und achten Sie immer auf den Hund, wenn die Haustür geöffnet wird!

Oft ist ein glatter Wohnungsboden auch für die Hunde sehr gewöhnungsbedürftig, besonders Fliesen und Laminatböden.

 

Lassen Sie ihn von sich aus "kommen", wenn er sich bereit dazu fühlt. Überschütten Sie ihn nicht sofort mit Liebe und Aufmerksamkeit.

Fassen Sie nicht von oben her nach dem Hund, sondern langsam von unten, denn sonst fühlt er sich von Ihnen bedroht!

       

Haben Sie Geduld, schenken Sie ihrem Hund die Zeit, die er braucht! 

 

Die meisten Hunde, die aus dem Ausland kommen, kennen weder Halsband noch ein Geschirr, bitte unbedingt vor dem ersten Gassigehen das Halsband nochmals überprüfen, ob es eng genug um den Hals liegt, damit sich der Hund keinesfalls rauswinden kann, wenn er sich erschreckt und zurückspringt!

Immer doppelt sichern!

Für ängstliche, unsichere Hunde ist ein Sicherheitsgeschirr unbedingt zu empfehlen!  Hier  finden Sie die links zu verschiedenen Bezugsquellen.

 

In den ersten Wochen sollte ihr Hund immer an der, nicht zu langen, Leine (bitte keine Rolleinen bei ängstlichen Hunden) laufen, bis er eine enge Bindung zu Ihnen eingegangen ist und er auf seinen Namen hört.

Leider entlaufen immer wieder Hunde, weil sie zu früh freigelassen werden. Sind die Tiere einmal weggelaufen, irren dann oft tage- und nächtelang hilflos, hungrig, frierend, in der noch unbekannten Umgebung herum und werden schlimmstenfalls überfahren!

Auf diesem Foto sehen wir auch die Doppelsicherung, die jeder neue Besitzer unsere Hunde vornehmen sollte, um bei Schreckmomenten ein Entkommen zu verhindern!
Auf diesem Foto sehen wir auch die Doppelsicherung, die jeder neue Besitzer unsere Hunde vornehmen sollte, um bei Schreckmomenten ein Entkommen zu verhindern!

 

Wenn Sie dann mit ihrem Hund in den Garten gehen möchten, bitte ausschließlich an der Leine und gutsitzendem Halsband und Geschirr, auch nicht unbeaufsichtigt, Zäune werden leicht überschätzt. Sie zu überwinden, ist für die meisten Hunde ein leichtes Spiel, auch ein Loch ist schnell unter dem Zaun gegraben.

Für sie war auch ein 1,50m Zaun kein Problem.
Für sie war auch ein 1,50m Zaun kein Problem.

 

Gewohnheiten und Rituale, wiederkehrende Abläufe zu denselben Zeiten, geben den Hunden Sicherheit und Orientierung und stärken ihr Gefühl, zum neuen "Rudel" dazuzugehören.

Danke für mein neues, schönes Leben!
Danke für mein neues, schönes Leben!

Gehen Sie anfangs immer dieselbe Gassirunde. Etwas Vertrautes zu riechen, zu sehen, zu kennen, beruhigt und Ihr Schützling weiss, alles ist gut . Schon bald wird er dann schnuppernd und wedelnd neben Ihnen gehen.

 

Und wenn es wirklich passieren sollte, daß er sich "aus dem Staub" macht, bleiben Sie an dem Ausgangspunkt solange es geht. Meist kommen die Ausreißer nach einiger Zeit zurück. Schimpfen Sie nicht mit ihm, sonst heißt das für ihn "zurückkommen ist falsches Verhalten".

 

Sollte der Hund nicht zurückgekommen sein, hinterlassen Sie ihm eine alte Decke aus dem Auto, ein Kleidungsstück von sich oder irgend etwas, was vertraut riecht. Kommen Sie nach einigen Stunden oder am nächsten Tag wieder an diese Stelle zurück.

Im besten Fall wartet der Hund auf Sie dort und ist glücklich Sie wieder zu sehen.

 

der 2. Schritt, denn in der ersten Zeit der Eingewöhnung, sollte die Leine  relativ kurz sein, sodass man schneller reagieren kann.
der 2. Schritt, denn in der ersten Zeit der Eingewöhnung, sollte die Leine relativ kurz sein, sodass man schneller reagieren kann.

 

Überfordern Sie den Hund nicht durch zusätzlichen Stress

.... wie unnötige Besuche in den ersten Tagen. Halten Sie die Kinder zurück, auch wenn es verständlicherweise schwer fällt. Einen Hund zubedrängen, auch räumlich, erschwert die Eingewöhnung.

Stecken Sie ihren Neuankömmling nicht gleich in die Badewanne (auch wenn er nicht so klasse riechen solte) und warten Sie einige Wochen mit dem ersten Tierarztbesuch, wenn sich der Hund nicht in einem besorgniserregenden Zustand befindet. Wir empfehlen Ihnen, die Tiere hier in Deutschland entwurmen zu lassen, dann sind Sie ganz sicher, dass das Tier frei von Würmern ist.

 

Füttern Sie gerade zu Anfang kleine Mengen und schauen, wie der Hund das Futter verträgt. Viele Hunde haben die ersten 2- 3 Tage Durchfall durch den Transportstress, die Futterumstellung, etc.. Gehen Sie zum Tierarzt, wenn der Durchfall länger andauert, extrem dünnflüssig oder gar blutig wird.

 

Bedenken Sie, Straßenhunde überleben nur, wenn sie Autos ausweichen. So verhalten Sie sich auch weiterhin auf der Straße, anfangs jedenfalls.

Ist eine Autofahrt dann anfangs etwas "unheimlich", wird sie positiv "verknüpft" (z.B. mit einem schönen Spaziergang), springen die meisten Hunde bald gerne ins Auto.


Setzen Sie Ihrem Schützling von Anfang an klare Regeln.

Vermitteln Sie ihm freundlich aber bestimmt, was bei Ihnen zu Hause tabu und was erlaubt ist. Belohnen Sie richtiges Verhalten.

In den ersten Tagen sind die meisten Hunde schüchtern und zurückhaltend. Erst mit zunehmender Sicherheit in ihrem neuen Umfeld werden Sie testen, wo ihr Platz im Rudel zu finden ist. Manche Hunde entwickeln plötzlich „Besitzanspruch“ an ihre Hauptbezugsperson und reagieren eifersüchtig auf Kinder, Partner oder Besucher. Andere haben Angst vor Männern.

 

Auslandshunde sind meist gut sozialisiert (auch mit Katzen). Trotzallem lassen Sie ihn bei Kontakt oder Vergesellschaftung mit anderen Hunden oder einem Ersthund nicht aus den Augen. Der Hunde verhält sich in einer fremden Umgebung eventuell anders als sie vermuten. Sicherheit und Ruhe aus, der Hund spürt das. Lassen Sie den Hund an einer Schleppleine, selbst im eingezäunten Garten, bis sie den Hund besser kennen, sodass sie leicht eingreifen können.

 

Manche Hunde leiden unter Trennungsangst. Üben Sie das schon bald, bevor ihr Hund sich daran gewöhnt, dass Sie immer bei ihm sind.

Gehen Sie mehrmals aus dem Haus und kommen Sie wieder, bevor Sie den Hund tatsächlich allein lassen.

Erst 2 Min., dann 5 Minuten, 10, 30, ... verlassen Sie die Wohnung ohne grossen Abschied, dann weiß Ihr Hund, alleine- bleiben ist normal und meine "neue Bezugsperson" kommt ja wieder. Begrüssen Sie ihren Hund bei Wiederkehr freundlich, aber nicht überschwänglich. 

 

Vertrauen und Sicherheit ist die Basis für eine lebenslange Freundschaft und ein glückliches Zusammenleben. Ihr Hund wird es Ihnen 1000fach danken!

Registrieren Sie Ihr Tier

Bei Ankunft ist der Hund bei  tasso.net  auf den Verein registriert.

Bitte melden Sie Ihr Tier nach Ankunft baldmöglichst auf ihren Namen um.

 

Noch ein Tipp: lassen Sie noch vor (!) der Ankunft  ihres Hundes mindestens eine Hundemarke anfertigen (z.B. beim Schlüsseldienst) mit Ihrer eigenen Tel. und/ oder handynummer.

Befestigen Sie die Marke(n) sofort am Halsband und am Geschirr mit dem Sie Ihren Hund abholen möchten, bzw. das der Hund in den ersten Tagen ständig tragen wird.

 

Mit freundlicher Genehmigung der   hundehilfe-gabriel.de

 

 

Kontodaten:

Streunernothilfe

Grenzenlos e.V.

IBAN: DE25546912000118303105
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Zuhause gesucht:

Colonel (geb.2008) hat noch nicht viel Gutes erlebt. Ob er noch seine Chance bekommt in ein liebevolles Zuhause umziehen zu dürfen?

 

Dara (geb. 2006) ist eine lieb, ruhige und sanfte Hündin, die leider immer übersehen wird und nun schon so lange im Tiehrim lebt.

 

Ianko und Dimitri sind zwei nette, getigerte Brüder. Gerne würden sie nach Deutschland umziehen, sie müssen nicht gemeinsam vermittelt werden.

 

  

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